Liste Kurz: Ein hübscherer Faymann

Liste Kurz

Liste Kurz: Ein hübscherer Faymann

Bei Kurz bewundert man noch das Talent zur Macht. Bei Faymann wollte man es dann recht bald nicht mehr.
Anscheinend gibts wirklich Menschen, die Sebastian Kurz für einen Erneuerer und seine Liste Kurz für ein demokratisch spannendes Ding halten. Das mag machtpolitisch ja auch so sein, aber ist das Talent zur Macht nicht etwas wenig für einen Bundeskanzler oder Spitzenkandidaten?
  • Kurz ist von klein auf in der Politik.
  • Er hat keine abgeschlossene Ausbildung (außer der zum Tennis-Übungsleiter) und keine Berufserfahrung außerhalb der Politik (Erfahrungslevel Praktikant).
  • Seine Auftritte in den letzten Tagen waren auch inhaltlich betrachtet wie Bewerbungsgespräche eines Praktikanten, der zwar genau weiß , wieviel er verdienen will, dem aber der Job völlig egal ist.
  • Seine Forderungsliste macht personelle Erneuerung in der ÖVP völlig unmöglich: Dadurch geschieht genau ein Erneuerungsschub für die Leute, die jetzt schon in den Startlöchern scharren, und das wars dann.
  • Ich wüsste nicht, was ich außer Jugend und Machtbewusstsein mit seiner Person und seiner Politik verbinden sollte. Beides ist kein Nachteil, in meiner Auffassung von Politik kommt das aber erst an dritter bis vierter Stelle relevanter Charakteristika.
Vieles von dem traf auch auf Werner Faymann zu, den gerade vor kurzem erst niemand mehr haben wollte.
Mich wundert nicht, dass er Erfolg hat. Mich wundert nur, dass offenbar auch Menschen, die ich für inhaltsgetrieben hätte, Hoffnungen in ihn setzen. Und ich bin gespannt auf die nächsten Kurz-Hofer-Wunderduette.
Michael Hafner

Michael Hafner

Daten- und Digitalisierungsexperte, Wissenschafts- und Technologiehistoriker, Informatiker und Journalist

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