Kranke Comics

Kranke Comics

Drogensüchtige Hunde produzieren Pornos und zwei süßen Dumpfbacken-Bären entgleitet die Kontrolle über ihren Comic-Verlag.

Klaus Cornfields „Kranke Comics“ handeln großteils von drogensüchtigen Hunden, die Pornos produzieren. Und sie gehören zum Ekligsten und auf allen Ebenen Grauslichsten, das man mit einem Stift auf Papier bringen kann. Noch dazu in Perfektion auf ziemlich vielen Ebenen: Cornfields Charaktere sind optisch und inhaltlich rundum schlüssig, handwerklich toll – und trotzdem kein bisschen liebenswert. Nicht mal Mitleid geht sich aus.
Die zwei Dumpfbacken-Bären Fou-Fou und Ha-Ha, die in der Rahmenhandlung aus Geldnot die Hefte produzieren, aber immer inständig bitten, man möge sie nicht lesen, lassen die Widerwärtigkeit noch stärker zu Tage treten.
„Aber nicht alles auf einmal lesen, immer nur ein Heft nach dem anderen“ waren die Worte, mit denen Cornfield mir am Comicsalon Erlangen ein gewidmetes Exemplar übergeben hat. Das kann ich so nur weitergeben. Aber lest es – “Kranke Comics” ist voller Witz, Widerwärtigkeiten, Charme und Ekel. Man schämt sich nahezu alle paar Seiten dafür, das zu lesen – bis die Neugier überwiegt, wie jetzt auch diese Szene wieder überboten werden kann.

„Kranke Comics“, ursprünglich Ende der 90er-Jahre erschienen, ist jetzt als über 400 Seiten dicke Gesamtausgabe bei Weissblech Comics neu aufgelegt worden.

Michael Hafner

Michael Hafner

Partner bei gold super extra, Herausgeber beim Journal Ahnungslos, Autor.

Zufallsempfehlungen

Ich war wählen

Wiener Last-Minute-Wahlhilfe für Unentschlossene zwischen bekennenden Po-Grapschern, Mad Max Häupl, der Zukunft der Stadt, den Autofahrern und den Busenbergern.   Hallo SPÖ – Die ersten

Sonst noch neu

Mehr Bürokratie!

Über Bürokratie beschwert man sich gerne. Das ist ein Fehler – denn nichts bremst Ideen mehr als die Möglichkeit, sie gleich umsetzen zu können.

Redundanz statt Happy End

Ohne Narrativ bis du niemand. Früher brauchten Narrative ein Happy End, heute reicht ihnen Redundanz, um Menschen in ihren Bann zu ziehen.

Adrian Daub: What Tech Calls Thinking

Tech-„Philosophie“: Ein belangloses Problem wird zur unüberwindlichen Hürde erhoben, eine beliebige Idee wird zum allgemein gültigen Prinzip stilisiert, aus einer punktuellen Problemlösung wird die Zukunftsvision der Menschheit destilliert …

Rob Kitchin: The Data Revolution

Daten sprechen nie für sich selbst, Open Data sind nicht so demokratisch wertvoll wie angenommen und Geschichte und Transformation einzelner Datensätze werden gemeinhin zu wenig beachtet.