Was, wenn die “Erfolgsgeschichte Europa” nur Zufall war?

Was, wenn die “Erfolgsgeschichte Europa” nur Zufall war?

Neue Normalität, Koste es was es wolle, Wiederaufbau – wirtschaftspolitische Phrasen der Gegenwart orientieren sich an der Vergangenheit. Was wäre, wenn wir uns die Geschichten über die Vergangenheit immer falsch erzählt hätten?

Ein Sendbote aus der Zukunft, ein Wink (oder Anklopfen) Gottes, eine glückliche Fügung für die Natur – dem Corona-Virus hat man schon viel in die Schuhe geschoben. Dramatische Maßnahmen, drastische Einschnitte, Unsicherheit – das verlockt offenbar viele zu reflexartige großen Worten. Manche ergehen sich eben in Visionen einer Post-Krisen-Ära, andere beschränken sich darauf, dass alles anders wird (und sie die ersten sein werden, die es uns erklären – sobald es ihnen eingefallen ist), und wieder andere greifen eben nur zur großen Geste.  Zur großen Geste griffen vor allem auch Regierungsmitglieder, als sie verkündeten, die Wirtschaft lahmzulegen und gleichzeitig zu retten: “Koste es, was es wolle.“ Da steckten gleich mehrere Versionen von Größe drin:  Die Krise war groß, denn sie erforderte solche Maßnahmen.  Die Maßnahmen waren groß.  Und auch jene, die diese Maßnahmen verkündeten, waren groß …

Den ganzen Text gibt es auf Journal Ahnungslos.

Michael Hafner

Michael Hafner

Partner bei gold super extra, Herausgeber beim Süpermarkt Magazin, Autor.

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