Alioum Fantouré: Le Cercle des Tropiques

Politstory, Psychodrama, ein wenig Fantastik – wäre dieses Buch nicht afrikanische Literatur der 60er Jahre, dann wäre es ein Actionfilmdrehbuch. So ist es vermutlich aber besser.

Alioum Fantouré drückt in Le Cercle des Tropiques gleich ordentlich auf die Tube. Auf den ersten fünfzig Seiten wird ein afrikanisches Jungmännerleben kräftig durch den Fleischwolf gedreht. Nach den vielen Höhen und Tiefe beruhigt sich dann zwar die persönliche Seite der Story, dafür kommt das politische Drama neu dazu. Die Hauptfigur wird in einen Staatsstreich der fiktiven Republik „Marigot du Sud“ verwickelt, hätte die Gelegenheit, Sündenböcke zu beschuldigen, landet aber dann stattdessen selbst im Gefängnis.
Ein paar Wirren und Kontakte zu revolutionären Hafenarbeitern später braucht die Gegenrevolution los …

Fantouré mischt virtuos Erzählstile und Storyformate, wechselt ansatzlos vom persönlichen Drama ins politische Fach, streift ein wenig das Fantastische und erzählt so schnell und bunt wie ein Actionfilm.

Cercle des Tropiques beschreibt afrikanische Jahre rund um die Unabhängigkeit, wie sie viele Länder geprägt haben. Die konkrete Story und ihre Orte sind fiktiv, der Hergang ist auf viele Länder und Geschichten anwendbar. Und sprachlich und literarisch ist das Buch unglaublich mitreißend.

Alioum Fantoure wurde 1938 in Guinea geboren und arbeitete als Ökonom in Brüssel. Le Cercle des Tropiques erschien 1972.

Michael Hafner

Michael Hafner

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