Yanis Varoufakis: Technofeudalism

Kapitalismus hat sich erledigt, die etablierte Form der Digitalwirtschaft folgt anderen Gesetzen als jenen von Kapitaleinsatz, Risiko und Profit. Digitale Plattformen bringen die Rückkehr mittelalterlicher Feudalsysteme mit sich. Die Grundherren sind immer auf der Siegerseite. Die Kapitalisten, die ihre Geschäfte mit Duldung der Grundherren machen, zahlen ihren Tribut. Das Risiko bleibt bei den Kapitalisten, für die Grundherren gibt es nur Gewinn. Denn es ist egal, wer ihnen Tribut zahlt – und niemand kann Geschäfte machen, ohne ihnen Tribut zu zahlen.

Das ist die etwas zugespitzte Grundthese von Varoufakis‘ Technofeudalism. Die großen Plattformen beherrschen die digitalen Markplätze, so wie früher Fürstenhäuser Grund und Boden beherrscht haben. Außerhalb dieser Plätze sind kaum noch sinnvolle Werbemaßnahmen möglich – man wird nicht gesehen -, es macht auch wenig Sinn, seinen Laden anderswo aufzuschlagen – denn dort sind keine Kunden.

Plattformen haben nicht nur diesen Oligopolvorteil, sie greifen auch inhaltlich ein: Die sozialen Netze erstellen Regeln für Inhalte und erlaubte Regel, promoten oder demoten Inhalte und sind so weit mehr als bloße Distributoren. Amazon schreibt vor, welche Produkte zu welchen Bedingungen gehandelt werden dürfen, wie Versandkosten zu gestalten sind, welche Gewährleistungen zu bieten sind – und wälzt die Nachteile des internationalen Handels, etwa die korrekte Abwicklung in mehreren Steuersystemen, dann wieder auf die Händler ab. Appstores kassieren Provision, greifen in die Preisgestaltung ein, erlassen inhaltliche Vorschriften und zwingen Anbieter und Anwender mit technischen Vorschriften in bestimmte Hardware- und Softwaresysteme, die nur sie anbieten.

Das sind feudale Systeme, in denen vor allem Besitzverhältnisse zählen. Datenanalyse, Verhaltenstheorie und andere Marketingstrategien, die die Digitalwirtschaft gerne vor sich her trägt, sind keine zentralen Erfolgsfaktoren, sondern nur schmückendes Beiwerk.

Mit seiner Feudalismustheorie richtet sich Varoufakis gegen zwei große Digitalmythen:
Das Internet ist zwar frei, aber – anknüpfend an die Debatte um free software – eben nicht wie free speech, sondern wir free beer: Vielleicht gibt es etwas gratis, aber das dient einem Zweck, und jemand hat es bezahlt.

Der zweite Mythos: Was die Plattformen wissen, also ihr Datenschatz, ist nicht irrelevant. Es ist aber auch nicht entscheidend. Viel relevanter als das Wissen der Plattformen ist ihr Besitz. Regeln etablieren, Entscheidungen treffen, Sanktionen setzen, Konsequenzen durchsetzen – und Raum einnehmen, Dissidenten vertreiben und ausschließen können, darin liegt die reale Macht der Digitalwirtschaft. Damit habe der Technofeudalismus den Kapitalismus, den man kannte, verdrängt.

Varoufakis‘ Analyse ist durchaus einleuchtend und über weite Strecken nicht von der Hand zu weisen. Es ist auch offensichtlich, wir die Alles-oder-Nichts-Tendenzen der Digitalwirtschaft wenig zu Innovation, Diversifizierung und Nützlichkeit beitragen. Aus unterschiedlichen Perspektiven liest man das auch bei Cory Doctorow, Tim Berners-Lee oder Mark Coeckelbergh.


Im Appendix konnte Varoufakis dann offenbar der Versuchung nicht widerstehen, von der Analyse zu Lösungsszenarien zu schreiten. Das sind dann altbekannte Vergesellschaftungsvisionen, die sich ebenso wie die Vorstellung der freien innovativen Digitalwirtschaft auch schon mehrfach als Irrtum erwiesen haben. Das ist schade, schade um eine gut argumentierte und auch schön erzählte Theorie.
Trotzdem bleibt die Grundidee des Technofeudalismus eine valide Analyse aktueller Digitalwirtschaftstrends

Adrian Daub: Was das Valley herrschen nennt

Der Titel ist ein wenig missverständlich. In Daubs „Was das Valley denken nennt“, lässt sich über die Verwendung des Begriffs „denken“ diskutieren. Daub analysiert lauwarme halbverdaute Philosophie-Aufgüsse, wie sie die Pamphlets und Twitter-Tiraden von Musk oder Thiel bestimmen. Für den Begriff des Herrschens gilt das nicht.Das Valley und seine Protagonisten herrschen durchaus – allerdings nicht dank Innovation und Expertise, sondern eher dank alten Geldes und politischer Netzwerke.

In „Was das Valley herrschen nennt“ analysiert Daub Politik und Machtnetzwerke unter Tech-Milliardären und deren Anhängern. Was als Innovation, Gespür für Trends und Zukunft oder Geschäftssinn, gepaart mit Technologie-Expertise verkauft wird, ist in aller Regel eine Kombination aus altem Geld, das Ausbildung an Elite-Unis ermöglich und das Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt, und per Gießkanne verteiltem Investorengeld, das in der Regel auch nicht aus Innovation, sondern aus Öl, Industrie oder Großgrundbesitz stammt.

Gerade wenn man Thiels Alles-oder-Nichts-Ideologie beim Wort nimmt, lässt sich das Wesen des Venture Capitalism gut erklären: In einigermaßen brauchbare Startups wird breit gestreut investiert, einzelne Unternehmen aus diesem Kreis werden es schaffen, die andere werden recht früh auf der Strecke bleiben. Der geniale Investor trifft im wesentlichen keine anderen Entscheidungen als ein passiv anlegender ETF-Sparer.

Passivität ist allen Innovationspredigten zum Trotz eine zentrale Eigenschaft allen Valley-Aktivismus. Investitionsgießkannen und Elite-Zugehörigkeiten (die gern mit schlechtem Benehmen maskiert werden) sind passive Verhaltensweisen. Digitale Innovationen erzeugen Abhängkeiten und Passivität – Social Networks sind Passivitätsmaschinen, Plattformen mit Lock-In-Geschäftsmodellen sind Passivitätsmaschinen, KI vernichtet und verunmöglicht im Lauf der Zeit Selbstbestimmung und Aktivität – digitale Innovation ist wortreich verwalteter Stillstand.

Die Produktivität digitaler Innovationen ist verschwindend, ihr Nutzen (der über die Gelderzeugung für einen sehr kleinen Kreis hinausgeht) ist gering. Die Verheißungen positiver Seiten von Social Networks und digitaler Informations-Allgegenwart haben sich als mittlere Seifenblasen entpuppt. Digitalisierung kann in Unternehmens- und Verwaltungsorganisation nützlich sein, der größte Nutzen dabei aber entsteht durch saubere Informationsorganisation, Datenstrukturen und professionelle Prozessgestaltung, nicht durch die Versprechungen digitaler Innovation. Die Größen der digitalen Innovation verachten Staat und Gemeinschaft – und nähern sich trotzdem dienstbar der Politik, wenn es nützlich ist (wie die gesamte Social Media-Branche), oder sind mit Staatsaufträgen groß geworden (wie SpaceX).

Die Beispiele der Digitaleuphoriker sind bescheiden und in den letzten 25 Jahren ziemlich redundant. Und offensichtlich glauben nicht einmal jene, die mit digitaler Innovation gutes Geschäft machen, daran, dass ihre Innovationen Gutes bewirken oder die Welt sich zum Besseren hin entwickelt. Apokalyptische und politisch radikale Ideologien sind die vorherrschenden Geisteshaltungen, anstatt Probleme zu lösen, werden neue Auswege gesucht – sei es in isolierten Meeresstädten, abgelegenen Gegenden auf Neuseeland oder gleich auf dem Mars. Douglas Rushkoff hat diesem apokalyptischen Eskapismus ein ganzes Buch gewidmet.

Die apokalyptische Note verleiht allen Ideen etwas Dringliches, Notwendiges, Unausweichliches. Innovationskulte haben erreicht, als alternativlos zu gelten. Innovationen und Lösungen sind digital, die Zukunft ist digital, Lösungen sind digital – es fällt schwer, irgendeine Vision oder Zukunftsidee zu entwickeln, die nicht digital wäre. Jede Kritik an digitalem Universalismus und Lösungsabsolutismus ist demnach ein Angriff auf das Heil der Menschheit.

In Verbindung mit alter institutioneller Macht und konservativer Politik entwickelt das solide Beharrungskräfte, die Bollwerke gegen Kritik und alternative Optionen aufbauen.

Und das, obwohl viele finanziell sehr erfolgreiche Digitalprodukte sehr wenig reellen Nutzen haben. Obwohl relevante Innovationen auch im Digitalen in den vergangenen 20 Jahren Mangelware waren: Der Großteil sogenannter Innovationen sind Anwendungen grundlegender Basiswebtechnologien – die ihrerseits tatsächlich einmal Innovationen waren. Und viele praktisch gemeinte Ideen und Visionen der Silicon Valley-Milliardäre sind haarsträubende Absurditäten oder haben sich bereits als großspurige heiße Luft herausgestellt. Peter Thiel fabuliert vom Antichristen. Elon Musk hat mehrfach Hyperloops angekündigt – von denen noch nicht mehr Realität wurde, als Tunnels für Taxis. Elon Musk wollte Tunnelbohrmaschinen bauen, um LA oder Las Vegas zu untertunneln (oder um in einer in Thailand in einer Unterwasserhöhle eingeschlossene Kinder zu retten, die schon lange gerettet waren).

Wollen wir diesen Unfug weiterhin bewundern und als Zukunftsvision für unsere Welt betrachten, oder wollen wir überlegen, ob es jenseits dieses Zirkus auch brauchbare Vorstellungen von Zukunft und Entwicklung geben kann? 

Peter Thiel: Zero to One

Wüsste man nicht, dass hier ein mehrfacher Milliardär, erfolgreicher Unternehmer und einflussreicher Politiksponsor schreibt, man wäre versucht, Thiels Konzepte als unverdaute Halbphilosophie von 18jährigen abtun. Oder als Programmatik von Esoterikern, die nach einem ausgedehnten Retreat zurück am Start sind und auch in der Businesswelt wieder mitreden wollen, wo es lang geht.

Thiel erklärt seine Rezepte für unternehmerischen Erfolg und die sind denkbar einfach: Du musst schlicht einzigartig sein, der Beste, und alle anderen aus dem Weg räumen. Nur Monopole stellen wirtschaftliches Überleben sicher, wer Konkurrenten hat, ist schwach und nicht einzigartig genug.

Eine von Thiels wichtigsten Fragen in Einstellungsgesprächen sei: “Was ist eine unverstandene Wahrheit, die nur du kennst?” – Die Antwort darauf (so sie denn zuträfe) beschreibt den Kern erfolgreicher Unternehmen.

Inkrementelle Verbesserung ist nicht genug, man muss eben von 0 zu 1 gehen, man muss nie dagewesenes umsetzen und vorausgehen. Innovative Menschen können das, sie können Wunder bewirken – denn neue Technologie sei nichts weniger als Wunder.

Seine Beispiele dafür werfen allerdings Fragezeichen auf. Paypal, sein eigenes Unternehmen, war einer von drei Zahlungsdienstleistern, die von ebay gekauft, zusammengelegt und groß gemacht wurden. Google hat in den späten 90ern die beste Suchtechnologie auf den Markt gemacht und auf der Basis ein Imperium aufgebaut. Es ist allerdings das Imperium, das das Überleben von Google sichern wird, nicht die einzigartige Suchtechnologie – denn das durch KI veränderter Surf- und Rechercheverhalten rüttelt überaus kräftig an der Dominanz und Relevanz von SEO.
Auch Thiels Blick auf den Aufstieg von Amazon wird wohl nicht von allen geteilt. Für Thiel war die Amazon-Innovation, mehr Bücher als andere Buchhändler liefern zu können und “alle Bücher der Welt katalogisiert” zu haben. Diese Kataloge gab es schon lange vor Amazon, mit deren Entstehung hat Amazon nicht das geringste zu tun. Amazons entscheidender Vorteil war der Verzicht auf Lieferkosten – die Gratislieferung ist noch heute das Kernargument gegenüber vielen anderen Buchhändlern. Schlecht organisierter und unberechenbarer Versand brachte auch das Wachstum von ebay zum erliegen.

Und Thiel schreibt ausführliche Hymnen auf Tesla, das einzige E-Auto-Unternehmen, das die Branche verstanden habe und das den Markt uneinholbar dominiere. Neben Tesla werde kein ähnlich erfolgreiches E-Auto existieren können. Heute, zehn Jahre nach dieser Prognose (ich habe tatsächlich nachgesehen), sind die Marktanteile von Tesla und dem chinesischen Newcomer BYD etwa gleich.

Trotz seiner Technologieorientierung ist Thiel erstaunlich optimistisch für Menschen in Hinblick auf die Man vs. Machine-Zukunft: Für den Menschen werde immer Platz bleiben, Maschinen werden den Menschen eher ergänzen als ersetzen.

Thiel manifestiert Power Laws, die Gewinnern noch mehr zuteil werden lassen und exponentielles Wachstum befördern, möchte mit Partnern und mafiaähnlichen Konstrukten zusammenarbeiten und Kulte um Organisationen und Arbeitsweisen begründen.

Vertrieb ist in Thiels Welt etwas für Verlierer: Produkte, die den Unterschied machen, verkaufen sich von selbst. Dabei ist Thiel allerdings recht unscharf: Die ursprüngliche Wachstumsstrategie von Paypal, neuen Usern eine Gutschrift von 20 Dollar zu schenken, zählt für ihn weder als Vertrieb oder als Marketing.

Die 0 oder 1-Ideologie bleibt in ihrer Anwendbarkeit auf die Techindustrie beschränkt und ist auch dort nicht besonders überzeugend. Ihre kurzsichtige Eindimensionalität zeigt sich noch deutlicher in Thiels Exkurs zu Greentech. Greentech sei gescheitert, das zeige ich an der Technologie und an an den Finanzwerten. Selbst die effizienteste Greentech-Lösung bringe keinen radikalen Unterschied und sei im Vergleich zu herkömmlichen Energy-Tech-Lösungen nur ein weiteres MeToo-Produkt. Deshalb sei hier kein Durchbruch zu erwarten; digitale Technologie sei das relevanteste Feld für Innovation.

Die Einschätzung von Greentech ist nun auf mehreren Ebenen falsch: Greentech wird herkömmliche Energy-Tech nicht über Effizienz und Kosten ablösen, sondern über die Vermeidung von Umweltschäden und anderen negativen Folgen. Die Verengung der Perspektive auf Effizienz und Kosten sehen wir aktuell bei Trumps Energiepolitik wieder.

Und der Index für erneuerbare Technologien, der 2014 (nach vielen Panik-Investitionen im Anschluss an die Finanzkrise) tief gefallen ist, hat in den vergangenen Jahren wieder deutliche Höhenflüge absolviert (um mit dem Überfall auf die Ukraine wieder in Turbulenzen zu geraten).

Thiels Überlegungen sind teils banal, teils falsch und teils verwirrend kurzsichtige Tunnelblick-Perspektiven. Vielleicht liegt ja in genau dieser Mischung die überzeugendste Erfolgsstrategie.

Peter Reichl: Homo cyber

Computer rechnen. Sonst tun sie nichts. Wer sich diesen Grundsatz der Informatik immer wieder in Erinnerung ruft, läuft weniger Gefahr, digitale Technologien zu vermenschlichen, KI zu dämonisieren oder Social Networks über sein Leben herrschen zu lassen. Peter Reichl erzählt von seiner Leidenschaft für Rechenmaschinen, deren Geschichte bis ins Jahr 1623 zurückgeht, von Zahnrädern und Walzen. Seit der Bewältigung von Addition und Subtraktion ist, abgesehen vom Tempo, wenig Wesentliches in der Entwicklung von Rechenmaschinen dazugekommen.

Umgelegt auf Digitaldebatten der Gegenwart bedeutet das etwa: KI halluziniert immer, nicht nur manchmal, denn die Reaktion auf Prompts sind immer nur statistische Wortfolgen. Genaugenommen halluziniert auch nicht KI, sondern ihr Anwender, der in dieser Statistik Bedeutung sucht.

Ein anderes großes Missverständnis ist die Interpretation von Wahrheitswerten: Seit George Bool kann formale Logik mit Wahrheitswerten rechnen. Seit den ersten Transistoren können Wahrheitswerte in die Abläufe von Schaltungen eingebaut werden. Aber nach wie vor haben weder Wahrheitswerte noch ihre Berechnung mit Wahrheit zu tun. Logik prüft die formalen und klar definierten Zusammenhänge zwischen Zuständen. Ob einer dieser Zustände wahr ist, ist dabei irrelevant.

Reichls Buch ist unterhaltsam zu lesen und mischt viele Anekdoten und Erzählformate. Allerdings bleibt offen, ob solche Formate ihr Publikum erreichen oder überzeugen werden. Denn letztlich bleibt es ein flehendes Plädoyer gegen die Verblödung. Der Homo cyber liefert sich, im Gegensatz zum gestaltenden Homo faber, der Beliebigkeit und Passivität aus. Das erzeugt Abhängigkeiten, Menschenbilder und Arbeitsumgebungen, die nicht mehr menschlich sind.

Neil Lawrence, The Atomic Human

Menschen denken besser als Maschinen. Menschen haben auch mehr Möglichkeiten, relevante Umgebungen und Abhängigkeiten einzubeziehen. Aber beim Tempo des Datenaustausches sind Menschen Maschinen um ein Vielfaches unterlegen. Die Bandbreite, mit der Menschen kommunizieren (und damit lernen, vermitteln, regieren, analysieren) können, ist ein Bruchteil der Bandbreite, die Maschinen zur Verfügung steht.

Das menschliche Gehirn, meint Lawrence, ist ein Formel 1-Bolide auf Fahrradrädern. Maschinelle Intelligenz ist dagegen ein Gokart, aber mit angemessener Bereifung – es bringt seine Power problemlos auf die Straße. 

Das eröffnet die Frage: Können Maschinen ihren Bandbreiten-Vorteil ausnützen? Wie können Menschen diese Bandbreitendifferenz überbrücken von von Maschinen profitieren? Und was wird vom Menschen übrig bleiben, wenn mehr und mehr einst Menschen vorbehaltene Aufgaben an Maschinen delegiert sind? 

Letzteres ist die titelgebende Frage dieses Buch: Atomic ist das Unteilbare, das was nicht systematisiert und automatisiert werden kann. 

Lawrence holt in seinem Buch weit aus und erzählt eine ganze Geschichte der Informatik aus der Perspektive des Machine Learning-Experten. Die Kriegs-Erfolge mit der Entschlüsselung von Enigma und Lorenz Cipher, der Bau der ersten programmierbaren Computer, die Idee, die Funktionsweise biologischer Neuronen nachzubauen (noch heute das Leitbild des Deep Learning) sind alles direkte Schritte auf dem Weg zu aktuellen AI Versionen.

Einer der kritischsten Punkte in der Entwicklung hin zu mächtigen künstlichen Intelligenzen sieht Lawrence in der Rollout-Geschwindigkeit. Während bei Microsoft um die Jahrtausendwende Produktentwicklungszyklen noch zwei Jahre dauerten – es dauerte also bis zu zwei Jahre, bis eine Coding-Idee den Weg in ein veröffentlichtes Produkt fand -, verkürzten Entwicklungsorgaisationen bei Social Media Plattformen diese Phase auf wenige Tage. Facebook führte früh wöchentliche Deployments ein. Das Tempo war dank viele Teams und kleiner Tasks möglich – über die bald niemand außer einer technischen Überwachungslogik den Überblick hatte. Technisch passten die Entwicklungsschrittte zusammen, was Features und Schnittstellen für das Gesamtprodukt und dessen Möglichkeiten bedeutete, geriet außer Sichtweite. Die Facebook-Führungsebene mag tatsächlich überrascht gewesen sein, als Trollfabriken und Cambridge Analytica den Social Graph ausnützten – vielleicht hatte man wirklich noch nie so auf das eigene Produkt geblickt. Man hatte eine Maschinenwelt geschaffen, die nicht mehr nach menschlichen Regeln und nicht für Menschen funktioniert. Maschinen mit ihrer höheren Kommunikationsbandbreite können sich auch über so schnell wachsende und sich verändernde Systeme austauschen. Menschen können das nicht. Menschen fehlt der Überblick, Menschen fehlt die versichernde, einen Zusammenhang herstellende gemeinsame Grundlage. Gerade weil Menschen nicht so schnell und präzise kommunizieren können, sind sie auf dieses grundlegende Vorverständnis angewiesen, auf einen für alle geltenden Rahmen. Maschinell geschaffene Welten stellen diesen Rahmen in Frage, Desinformation stellt ihn in Frage, AI kennt ihn gar nicht, sondern simuliert ihn allenfalls. Wo AI entscheidet, sind menschliche Gewissheiten nicht mehr gewiss. Das ist einer der Punkte, die Mark Coeckelbergh in seinen AI-Studien immer wieder betont.

Deshalb sind Nachvollziehbarkeit und Transparenz wichtige Sicherheitskriterien für AI. Sie bedeuten nicht nur, ob wir AI-Entscheidungen nachvollziehen können und eine Chance haben, sie einschätzen zu können. Transparenz und Nachvollziehbarkeit entscheiden auch darüber, wer über den Zugang zu Information entscheidet: Entscheiden Menschen, mit welchen Informationen AI zu welchem Zweck gefüttert wird? Oder entscheidet AI, welche Einblick der Mensch noch bekommt, nachdem AI-Systeme ihre Entscheidungen getroffen haben?

AI hat das Potenzial, zu einem System Zero zu werden, schreibt Lawrence in Anlehnung an Daniel Kahnemanns System 1 und System 2: System 1 ist schnelles Denken, das spontane und intuitive Entscheidungen trifft. System 2 ist langsames Denken, das reflektiert und hinterfragt. System Zero wäre eine vorgelagerte Ebene, die Entscheidungen vorwegnimmt, filtert, uns einschränkt und bestimmt, worüber zu denken wir überhaupt noch Gelegenheit haben.

AI sollte nicht vorrangig als Effizienzwerkzeug zur Automatisierung gesehen werden, meint Lawrence. AI könnte auch ein nützliches Introspektionstool sein, das uns lehrt, wir Denken funktioniert, wie Technik funktioniert, wodurch wir uns von Maschinen unterscheiden, was sie besser können und was wir ihnen niemals überlassen sollten.

Ich bin mittlerweile überzeugt: Der wichtigste positive Effekt von AI, so es einen gibt, wird es sein, dass Menschen sich mit Logik, Datenstrukturen und Datenformaten auseinandersetzen müssen. Das verschafft einen handfesten Vorsprung in einer digitalen Welt. Die Schattenseite: Damit sinkt der Anteil der potenziellen AI-Profiteure noch einmal deutlich.

Peter Pomerantsev: How to Win an Information War

Sefton Delmer wuchs als Kind australischer Eltern im Berlin der Zwischenkriegszeit auf, emigrierte nach England – und wurde zu einem der wichtigsten Protagonisten der britischen subversiven Gegenpropaganda. Er sendete auf eigenen Radiokanälen, kaperte mit britischen Radiotechnikern offizielle deutsche Frequenzen, wenn diese während Luftalarms ihren Betrieb einstellten, und sendete verwirrende Informationen, und entwickelte Kunstfiguren, die einen Keil zwischen deutsches Militär und NSDAP treiben sollten.

Pomerantsev gleicht Delmers Biografie mit weiteren Quellen ab und kreist immer wieder um die Frage, wie weit Delmer begeisterter Demokrat war, dem die Zweck die Mittel heiligten, oder selbst von der Dynamik der Propganda mitgerissener Profi-Propagandist. Die Antwort ist nicht eindeutig.

Selmer war auf mehreren Ebenen umstritten: Konnte man jemandem vertrauen, der deutsch sozialisiert war? War er vielleicht ein Kommunist? Als Journalist hatte er in den 20er Jahren öfters Hitler getroffen, war er sein Doppelagent?

Dann waren da seine Methoden: Mussten die Sendungen klingen, wie von Nazis gemacht? War es notwendig, sexuelle Anspielungen und Gerüchte zu streuen? Und musste die derbe sexualisierte Fäkalsprache wirklich sein?

Und schließlich die Frage des Erfolges: Einige der in Delmers Radiosendungen erfundenen Fake Stories schafften es innerhalb weniger Tage in die “echten” Medien auf beiden Seiten der Propaganda und hielten sich dort erstaunlich lang. Delmer verbucht für sich, die Figur des guten ehrenhaften deutschen Soldaten erfunden zu haben. Eine Figur, die manche Wehrmachtsangehörige nach dem Krieg bemühten, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Manche feierten Delmer dafür, andere kritisierten ihn dafür, feindlichen Soldaten einen Ausweg aufgezeigt zu haben, und andere bezweifelten, dass Delmers Sendungen so erfolgreich gewesen wären. Delmer selbst kokettierte sogar mit schlechtem Gewissen, mit der Lüge von Widerstandsnestern in der Wehrmacht Stauffenberg zu seinem erfolgreichen Hitler-Attentat verleitet zu haben.

Was machte Delmers subversive Propaganda erfolgreich und was davon kann auch heute noch nützlich sein? Für Pomerantsev ist der Schweinehund die zentrale Figur. Und er soll nicht überwunden oder erzogen werden, er soll gefüttert und gestreichelt werden. Propaganda darf nicht an Vernunft oder Moral appellieren, sie darf sich nicht an Gleichgesinnte wenden und diese unterstützen, sie muss zersetzen und Zwietracht schüren. Propaganda muss aussprechen, wofür sich der Wutbürger im Anfangsstadium noch geniert, sie muss enthemmende Idole schaffen. In Delmers Fall sollte sie Soldaten und deren Familien gegen Parteimitglieder aufbringen, die nicht an der Front waren, Sonderrationen und andere Privilegien bekamen und einsame Soldatenfrauen belästigten. Alle Details waren frei erfunden, der Verbreitung der einzelnen Storys war das eher förderlich.

Nett war das nicht, aber nützlich.

Mark Coeckelbergh: Technofascism

Alles Faschos außer Mutti (oder eher so wie Mutti) – Faschismusdiagnosen sind ein universelles Aufmerksamkeitsmittel schlampig geführter politischer Debatten. Umso wichtiger ist es, Kampfbegriffe sparsam einzusetzen und, wo sie doch verwendet werden, genau zu lesen.

Mark Coeckelbergh verwendet den plakativen Begriff Technofaschismus. Und auch hier mus man genau lesen: Die Diagnose des Technofaschismus besagt nicht, das Technologie politischen Faschismus unterstützt oder fördert, sie besagt auch nicht, dass Technologie notwendigerweise politisch problematische Züge tragen muss. Der recht kurze Essay zeichnet funktionale, ästhetische und soziale Paralleln zwischen historischen Faschismus und aktueller Digitalpolitik nach. Und die sind stellenweise deutlich.

Beide profitieren von teils als negativ empfundenen Entwicklungen der Moderne. Verbindungen sind gekappt, Menschen sind in ihrer Orientierung sich selbst überlassen, Autoritäten und Traditionen schwinden. Für die einen bedeutet das Freiheit, andere lassen sich gern von neuen Autoritäten führen.
Neue Autoritäten führen esoterisch und emotional: Es gibt kein klares Ziel, keine Argumente, keine Lösungen, es gibt vages Gefühl, Ärger und die Beschwörung geheimer Substanzen. Diese Substanzen sind Volksidentitäten, Rassen oder eben unhinterfragte Konstruktionen wie Innovation oder Digitalisierung als Wert per se.

Deshalb müssen auch Experten und Führerfiguren an die Macht. Sie können steuern, sie haben Wissen – sie sollten nicht von demokratischen Institutionen gebremst werden, in denen Nicht-Experten gleiches Gewicht haben wie Experten. Sie sollen sich auch nicht Einwänden von „sogenannten Experten“, also Wissenschaftlern und Forschern, stellen müssen. Das Ziel der glorreichen Zukunft steht über diesen Sorgen.

Das führt zu einer Entwertung von Nachdenklichkeit. Das Ziel ist klar, die Richtung ist klar, ein zweiter Gedanke, eine zweite Meinung sind überflüssiger Ballast auf dem Weg nach vorn. Denken, das nicht rein der konkreten Problemlösung dient, zersetzt den Willen zur Zukunft.

Weil die Tech-Eliten wissen, wo es lang geht, sind auch digitale Überwachung und Kontrolle kein Thema. Das ist Teil des Geschäftsmodells, das ist notwendig, um auf dem Weg in die Zukunft zu beschleunigen – denn das bringt Daten.

Abgerundet wird diese Dynamik durch die Eigenschaft des Digital-Utopismus, sich selbst als Lösung für selbst geschaffene Probleme zu inszenieren. Nahversorgung ist tot? Kauf online. Du bist einsam? Freunde dich mit einem Bot an. Du suchst nach Mitbestimmung und Gestaltungsspielraum? Leb dich mit Chatgruppen oder Onlinepetitionen aus. Surrogate schaffen Ablenkung und werden kurzfristig als Lösung empfunden. Um die Deutungshoheit entbrennt ein Kulturkampf: Ist Innovation ein Wert, kommt Innovation aus Freiheit? Oder dürfen wir die Entwicklung zu steuern versuchen, dürfen wir in die Suche nach „mehr“ Werte reklamieren?

Ihre Zuspitzung erfährt die Debatte in den Konstruktionen von effektivem Altruismus und Transhumanismus. Dort argumentieren Menschen beispielsweise: Was ist wichtiger, das Glück weniger oder das Glück vieler? In Zukunft werden (bis zum Weltuntergang) weit mehr Menschen auf der Erde leben als jetzt, also ist das Glück der Künftigen wichtiger als das Glück der Jetzigen. Also dürfen wir Innovation nicht ausbremsen, müssen Experimente wagen, dürfen der Marskolonisierung und anderen Tech-Utopien nicht im Wege stehen uns sich nicht mit der beschränkten Rationalität unserer Gegenwart kritisieren.

Die etwas sanftere Kehrseite dieses Prinzips ist eine digitale Variation von Brot und Spiele. Wir haben Beteiligungssurrogate, universell verfügbare Kommunikation, allgegenwärtiges Entertainment, es gibt für jedes Bedürfnis eine zumindest oberflächliche Lösung – „we are dominated through pleasure and convenience“, schreibt Coeckelbergh, und ich finde, das ist eine sehr schöne Formulierung.

Der Essay ist per Open Access verfügbar.

Alex Tapscott: Web3

Das Buch ist keine drei Jahre alt, liest sich aber wie eine Vision aus dem vorigen Jahrhundert. Das liegt nicht daran, dass es so weitreichende sich schnell vollziehende Entwicklungen beschreibt, sondern am Sprachduktus der Neuigkeit, der Veränderung, der noch nicht abschätzbaren Entwicklungen, die sich eben erst abzeichnen, und von denen noch nicht klar ist, wie sie über uns hereinbrechen werden. Das haben wir 1995 über das Web erzählt, 2002 über Web 2.0, 2008 über das Social Web, zwischendurch über das semantische Web, 2015 über Big Data, seit 2020 über KI und jetzt auch über Web3.

Web3 kreist technisch rund um den Einsatz von Blockchain-Technologie und Wallets, ideologisch um Selbstbestimmung, Dezentralisierung und Desintermediation. Das sind die gleichen Versprechen, die seit 1995 in unterschiedlicher Intensität enttäuscht worden sind und seither mit laufend neuen Produkten ihre ständige Wiederkehr feiern. Bekannteste und erfolgreichste Web3-Umsetzung ist Bitcoin: ein ohne institutionen handelbares, theoretisch von jedermann erzeugbares und nicht zentral kontrollierbares Produkt.

Viel mehr ist bis jetzt nicht dazugekommen. 

Andere Kryptowährungen haben bislang das Alleinstellungsmerkmal von Bitcoin – die praktische Unmöglichkeit zentraler Kontrolle – nicht reproduziert. Theoretisch ist im übrigen auch Bitcoin zentral kontrollierbar, allerdings gibt es die dafür notwendige Rechenleistung noch nicht. 

Tapscott verspricht einen Wegweiser durch Web3 und dessen Anwendungen. Eine Anwendungskategorie sind Finanzen, das kennen wir bereits. Eine andere sind NFTs – digitale Unikate, mit denen jetzt auch Schöpfern digitaler Kunst effiziente Eigentumsrechte und Verkaufsmöglichkeiten eingeräumt werden können. Mit Web3-Technologie können aber auch Konsumenten real über ihre digitalen Besitztümer verfügen. Gamer etwa investieren in Charaktere oder Skills, können diese aber weder transferieren noch verändern. Die Eigentumsrechte sind eingeschränkt, gegen Veränderungen des Game-Providers können sich User hier nicht wehren. NFTs und Web3 können Abhilfe schaffen und Eigentum begründen. Allerdings bleibt die Frage offen, was ein User mit einem Game-Asset auserhalb des einen bestimmten Games anfangen soll. Außerhalb hat es keine Funktion und kann vermutlich nicht einmal angesehen werden. Interoperabilität, wie sie etwa Doctorow für Social Networks fordert, wird hier auch ein relevantes Thema.

Andere Anwendungsfälle sind eher ideologische Konzepte: In Netzwerken tragen User viel zum Nutzen der Netzwerke bei. Sie werden dafür aber nicht bezahlt, im Gegenteil, teilweise kostet die Nutzung oder Usern wird Werbung ausgespielt. Über Web3 könnten User durch ihre Nutzung Anteile an einem Netzwerk und dessen Einnahmen erwerben. Web3 ist dafür nicht zwingend notwendig, über Creditsysteme gibt es ähnliche Belohnungsinfrastrukturen; Web3 ist natürlich technisch stabiler und nachhaltiger. Umgekehrt sieht Tapscott Web3 aber auch als niedrigschwellige und nicht an Institutionen gebundene Finanzierungsmöglichkeit für Gamingstudios und andere Contentproduzenten.

Web3 wird schließlich auch eine an Finanzen und Eigentumsrechte gekoppelte Partizipationsmöglichkeit. Tapscott erzählt von Serien, über deren weiteren Verlauf User mitbestimmen können – dafür bezahlen sie mit Web3-Token und erhalten im Gegenzug Miteigentum.

Organisierte Mitbestimmung über DAOs (Decentralized Autonomous Organisations) ist eines der zentralen Motive von Web3. Das Konzept ist einleuchtend: Tokenbesitz legitimiert zur Mitbestimmung, ermöglicht und limitiert die Mitbestimmung zugleich, denn Tokens müssen investiert werden, und über eine jederzeit validierbare Blockchain sind alle Entscheidungen und Mitbestimmungen nachvollziehbar. Das ist manipulationssicherer als andere digitale Partizipations- und Dokumentationsformen.

Dennoch bleiben zwei Fragen offen. 

Die erste: Wozu? Anwendungsfälle sind oft Mitbestimmung um der Mitbestimmung willen. Gäbe es die Partizipationsnetzwerke nicht, gäbe es auch deren Fragen nicht. Ich habe in den vergangenen Jahren einige Tokens gekauft, in einige Netzwerke geschnuppert – es sind mit noch keine relevanten Entscheidungspunkte begegnet.

Der zweite noch kritischere Punkt: Reproduziert diese Form der Partizipation die Probleme historischen Zensuswahlrechts? Wenn nur Besitzende mitbestimmen, schließt das andere aus. Aktuell ist das irrelevant, die meisten Kryptowährungstokens sind praktisch wertlos (trotzdem kann man unterschiedlich viel von ihnen besitzen), die meisten Fragestellungen wenig relevant. Sollten sich aber Web3 Visionen bewahrheiten und wir auf eine Hypertokenization-Gesellschaft zusteuern, wäre das ein massives Ausschluss- und Totalitarismusproblem. Vielleicht begrenzt sich dieses aber auch auf das Metaverse. Tapscotts Buch ist eine der selten gewordenen positiven Darstellungen des Metaverse, sogar der prähistorische Virtualitätsvorläufer Second Life findet positive Erwähnung. Als Second Life neu war, arbeitete ich an Digitalisierungsprojekten in einer Bank. Nichteinmal in der Bank fand irgendjemand Second Life beeindruckend.

Die Zukunftssuppe bleibt also etwas dünn. Das ist insofern ein Problem, als ich andere Web3-Anwendungsfälle für sehr relevant halte. Wallets und digitale Zertifikate können mit Blockchain-Technologie sicherer und einfacher erstellt und betrieben werden. Sämtliche Register – von Meldedaten über Firmenbuch bis zur Vergabe von Fischereilizenzen oder andern Fällen, die Prüfung und Dokumentation von Nachweisen erfordern – wären in Blockchains gut aufgehoben. Viele Formen der Interaktion in eGovernment können gut auf Blockchains abgebildet werden.

Auch dabei allerdings bleiben Beispiel dünn gesät. Die Arabischen Emirate experimentieren mit Blockchains für Kfz-Daten. Wallets werden aktuell in unterschiedlichen Ausprägungen und Technologien erstellt und diskutiert.

Für Web3-Puristen wäre der Erfolg der Blockchain in eGovernment und Businessanwendungen ein Problem: Einerseits fordern und wünschen sie Regulierung, um den Nimbus des Halbweltlichen loszuwerden. Andererseits wären Government-Blockchains die Antithese zu den dezentralen, offenen und unkontrollierbaren Web3-Verheißungen.