Wie wurde Männlichkeit zum Problem? Ladipo liefert in diesem kurzen Text eine nüchterne Bestandsaufnahme, warum Männlichkeit als toxisch gilt und wie sich manche Facetten von Männlichkeit tatsächlich zum Problem entwickelt haben.
Eine Kernthese: Männern geht es wie Arbeitern. Sie werden nicht mehr gebraucht, haben ihre Fürsprecher verloren, müssen sich mit neuer Konkurrenz auseinandersetzen und sind in Summe wirtschaftlich, politisch und kulturell abgestiegen.
Als Gegenmittel werden verquere Inszenierungen von Männlichkeit ins Rennen geführt, bei deren Erfolg Frauen wichtige Rollen als Katalysatoren spielen: In allen rechten Parteien sind Frauenfiguren in der Bandbreite von Tradwife bis starker Anführerin vertreten, die Skizzen wünschenswerter Männlichkeit entwerfen.
Auf der anderen Seite, diagnostiziert Ladipo, haben eher links angesiedelte Identitätspolitiker in Frankenstein-Manier Patchwork-Identitäten ins Leben gerufen, die einfachen Männern keinen Platz mehr lassen und sie auf der Hierarchieleiter des Respektablen einige Stufen nach unten versetzt haben.
Die Analyse bleibt ein wenig dünn. Männern geht es wirklich nicht besonders, so die Essenz. Manche suchen Auswege und Ventile. Ein Mittel gegen unerwünschte Folgen und Auswüchse dieser Ventile sei es, den Abstieg von Männern und die damit verbundenen Sorgen ernstzunehmen. Das kann man nun wirklich von jedem sozialen Problem sagen.






