Literatur aus Afrika

Literatur aus Afrika

Ich schreibe über die afrikanischen Autorinnen und Autoren, die ich lese. Nicht so sehr, um etwas über afrikanische Literatur zu erzählen, sondern um die Namen der SchriftstellerInnen im Gespräch zu halten.

Als ich begonnen habe, mich für die zeitgenössische Literatur Afrikas zu interessieren, hatte ich zuerst die Idee, Autorinnen und Autoren zu suchen, die in ihren Heimatländern leben. Ich wollte Bücher über den Alltag aus erster Hand lesen – nicht aus Erinnerungen oder Überlieferungen.
Nach einigen Reisen habe ich das etwas gelockert. Gar nicht so sehr, weil es so wenig Literatur gäbe, die diesem Kriterium entspräche, sondern weil die Bedingungen des Alltags in vielen Ländern Afrikas nicht wirklich schreibförderlich sind. Wenn du am Papier festklebst, gerade mal keinen Strom hast, um den Laptop zu laden, oder einfach mal nur möglichst gedankenlos in der Hitze ausharren willst, sind das nur ein paar von vielen Gründen, die nicht gerade Produktivität fördern.

Ich schreibe über die afrikanischen Autorinnen und Autoren, die ich lese. Nicht so sehr, um etwas über afrikanische Literatur zu erzählen, sondern um die Namen der SchriftstellerInnen im Gespräch zu halten. Manche sind bekannter, von vielen habe ich vorher noch nie gehört. Die Sammlung solle eine Quelle für alle werden, die auch mal am Anfang dieser Suche stehen.

Und zusätzlich möchte ich allen interessierten die jährlichen Sammelbände des Caine Prize oder die Veranstaltungen und Publikationen von Femrite ans Herz legen. Der Caine Prize ist ein jährlich stattfindender Literaturwettbewerb; Beiträge, die es auf die Shortlist schaffen, werden in eigenen Bänden veröffentlicht und sind auch recht leicht online zu bekommen.

Und die ständig wachsende Sammlung zu afrikanischer Gegenwartsliteratur gibt es hier.

Daneben wächst hier übrigens noch eine Sammlung afrikanischer Zeitungen.

Michael Hafner

Michael Hafner

Partner bei gold super extra, Herausgeber beim Journal Ahnungslos, Autor.

Zufallsempfehlungen

»Hoffentlich nicht Ebola …«

Ich greife immer wieder mal ins Bücherregal und lese nach, was afrikanische AutorInnen und Autoren so über Europa oder EuropäerInnen sagen.

Die Eintagsfliege wird unser Wappentier

Das Magazin war eines der wenigen, bei dem sich auch der deutsche Artikel „die“ anstelle des viel österreichischeren „das”in Österreich durchgesetzt hat. Es war ein klarer Fall von Distinktionsgewinn, in den 90er Jahren fachkundig „die Spex“ zu sagen und nicht „das“.

Sonst noch neu

Veranwortung und die starken Männer

Zeitungsfunde: Töten ist ok, Rasen auch, Flüchtlinge verrecken lassen sowieso. “Steht zu eurer Verantwortung, redet euch nicht auf Gesinnung aus!”, fordern markige Kommentatoren. Und entfachen damit vollkommen nutzlose Nebeldebatten.

Expertise: Ups Kaputt

EpidemiologInnen, VirologInnen, ImpfexpertInnen überall – was hat die Vorstellung von Expertise ruiniert und wie kann man sie retten?

Zombiezucht?

ÖkonomInnen und PolitikerInnen, die gerne cool wären, reden jetzt auch oft von Zombies. Und sie meinen das Falsche damit.

Die Wurstsemmel und der Superbeamte

Der ehemalige Superbeamte mit der Wurstsemmel-Phobie demonstrierte mit seinem Wurstsemmel-Sager eindrucksvoll das Aufstreben der Kulturtechnik des Behauptens: Sag einfach irgendwas – es wird sie beschäftigen.

Achille Mbembe, Necropolitics

Für den zur Zeit in Südafrika lehrenden Philosophen Achille Mbembe bedeutet die Beschäftigung mit Politik und Demokratie vor allem die Beschäftigung mit Macht und Ausgrenzung.