Suspiria: so schön depressives 70er-Jahre Berlin

Suspiria: so schön depressives 70er-Jahre Berlin

Ich habe „Suspiria“ im Kino gesehen und fand es gut. Vorher lief ein Trailer zu „Anna und die Apokalypse“, eine Art High School Musical mit Zombies, und es wäre echt schwer, einem Menschen, der beide Genres nicht kennt, den genauen Unterschied zu erklären.
Ich habe „Suspiria“ im Kino gesehen und fand es gut. Vorher lief ein Trailer zu „Anna und die Apokalypse“, eine Art High School Musical mit Zombies, und es wäre echt schwer, einem Menschen, der beide Genres nicht kennt, den genauen Unterschied zu erklären.
 
Aber zurück zu „Suspiria“. Es ist eine nicht stringent erzählte Geschichte von mächtigen Hexen, die auf nicht näher erklärte Art und Weise nach Weltherrschaft streben – aber es gibt eben immer ein noch mächtigere Hexe, mit der dann niemand gerechnet hat. Neu im Remake ist im Vergleich zu Argentos Original anscheinend noch eine stärkere Nachkriegs- und Nazikomponente: Es geht um Schuld, Scham und Strafe.
Die Story ist nicht sehr konkret, aber das macht nichts – der Film ist eine Reihe von wunderschönen Bildern, toller Inszenierung und ziemlich starken Momenten in einem schön depressiv-dunklen Berlin des Jahres 1977, wo damals noch ein paar Häuser weiter David Bowie und Iggy Pop hausten.
 
„Suspiria” ist also jedenfalls eine große Empfehlung. „Anna und die Apokalypse“ werde ich mir wahrscheinlich trotzdem nicht ansehen.
 

Michael Hafner

Michael Hafner

Partner bei gold super extra, Herausgeber beim Journal Ahnungslos, Autor.

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