
Die Krise des Erklärens
Viele Erklärungen sind bloß Performances, die nichts anderes vermitteln, als dass der Erklärende die Position des Wissenden beansprucht.

Viele Erklärungen sind bloß Performances, die nichts anderes vermitteln, als dass der Erklärende die Position des Wissenden beansprucht.

Die objektive und neutrale Wissenschaft leidet an dem Wissenschaftler, der nicht aus der Beobachtung wegzudenken ist. Und wo die Mechanik schon lange versagt, kann die Mathematik immer noch rechnen – aber hilft uns das, zu verstehen?

Wissenschaft gestaltet die Welt, statt sie nur zu beobachten und Chaos in der Quantenwelt bringt Ordnung im Alltag durcheinander.

Wer gern Fakten und Vernunft anruft und damit die Dinge für gelöst ansieht, sollte Schrödinger lesen und sich wundern, wie uneindeutig Physik werden kann.

Heisenbergs Essay ist ein Aufruf, sich mit Unklarheiten zu beschäftigen. Nicht alle Uneindeutigkeiten werden mit mehr Wissen oder besseren Instrumenten verschwinden.

Mathematik ist Glaubenssache, aber ohne Alternative.

Definitionen sind ein Mittel, Unklarheiten aus dem Weg zu räumen und unpraktikable Uneindeutigkeiten durch praktische Klarheit zu ersetzen. Sie verstecken Unklares einfach. Mit Wahrheit haben Definitionen aber nichts zu tun.

Überall dort, wo Technik eine relevante Rolle spielt, ist pragmatischer Konstruktivismus die angemessene Sicht auf Wissenschaft und Wahrheit.