“Anarchist in Anführungsstrichen”: leider echt mühsam

“Anarchist in Anführungsstrichen”: leider echt mühsam

Langsam verstehe ich das um sich greifende Graphic Novel-Bashing.
Ich habe das jetzt gelesen – und ich muss sagen, langsam verstehe ich das um sich greifende Graphic Novel-Bashing. Ein junger Mensch greift sich einen bestehenden Stoff (Erich Mühsams Tagebücher), erweitert ihn um ein paar völlig belanglose, witzlose bis schlichtweg dumme Kommentare (“Schicker Kapuzenpulli“), zeichnet Bilder, die schon über die kleinsten anatomischen Herausforderungen stolpern (Essen etwa), wobei Stolpern untertrieben ist – es sind mehrfache Knochenbrüche, die diese Bilder erleiden, Unfälle, die auch den wohlmeinendsten Leser verstören und schlicht vom Lesen abhalten.
Klar, in der Theorie ist das eine gute Sache, nahezu vergessene Randfiguren wie Erich Mühsam zugänglicher zu machen. Diese Art der Umsetzung trägt aber kein ganzes Buch, das ist einfach auf allen Ebenen zu wenig. Lest lieber gleich Mühsam.
Michael Hafner

Michael Hafner

Daten- und Digitalisierungsexperte, Wissenschafts- und Technologiehistoriker, Informatiker und Journalist

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