

Michael Hafner
“Anarchist in Anführungsstrichen”: leider echt mühsam
Endlich wieder Konzentrationslager!
- Europas Rechte stellen Geflüchtete gern als gewaltbereite Eroberer dar, die Europa im Sturm nehmen und unterwerfen wollen. Außerdem seien sie entschlossener, solidarischer, hätten ein überlegenes Familienmodell und müssten alles in allem nur um so entschiedener abgewehrt werden. Da macht es natürlich nur Sinn, diese Erobererhorden in Lagern zusammenzufassen, damit sich sich besser kennenlernen, koordinieren und organisiert angreifen können.
- Es wird als „Hilfe“ verkauft, wenn nordafrikanische Staaten Geld bekommen, um sich um Probleme zu kümmern, die ihnen Europa erst umgehängt hat. Irgendwer wird das Geld sich annehmen und Lager betreiben. In den jetzt schon bekannten Lagern Nordafrikas herrschen dramatische Zustände; anscheinend will man mehr davon. Und ignoriert damit nicht nur Menschenrechte, sondern liefert sich auch den Lagerbetreibern hilflos aus: „Externe Sammellager machen Europa erpressbar“, sagt auch Cecilia Wikström, liberale Abgeordnete zum Europaparlament, die ein neues Asylpaket verhandelt hat, das jetzt offenbar reif für den Mistkübel ist.
- Das eigentlich ausgehandelte Paket zur Asylreform in der EU sieht neue Verteilungsmechanismen für Flüchtlinge vor, die sich um einen Ausgleich unter den EU-Staaten bemühen, die die Aufnahme von Flüchtlingen direkt mit finanzieller Unterstützung kombinieren und die Integrationsmöglichkeiten an vorderste Stelle rücken. Jemand sollte nicht mehr dort um Asyl ansuchen müssen, wo er oder sie zufällig gelandet ist, sondern dort, wo es Berührungspunkte gibt – Familie, Bekannte, Sprachkenntnisse. Details zu diesem Reformkonzept kann man in Cecilia Wikströms Beitrag „Mehr als nur Hoffnung“ zum Sammelband „Liberale Perspektiven für Europa“ (herausgegeben von Angelika Mlinar und Stefan Zotti) nachlesen. – Stattdessen sind jetzt offenbar auch große NGOs ehrlich ratlos, wie Asylanträge in Zukunft überhaupt funktionieren sollen.
Ich ersuche die Bundesregierung um konkrete Antwort auf die Frage: wo und wie sollen Flüchtende zukünftig einen Asylantrag stellen? @roteskreuzat @corinnamilborn @sebastiankurz @ICRC
— Werner Kerschbaum (@werkerschbaum) June 30, 2018
Ankommen – Tokio
Jede Reise hat ihre besonderen Momente, Eindrücke, die dauerhaft in Erinnerung bleiben. Manchmal sind das die erwartbaren Augenblicke, oft aber auch Details vom Straßenrand. Für mich sind es immer wieder auch die allerersten Eindrücke einer neuen Stadt oder eines neuen Landes. Man hat Flug und Flughafen hinter sich gelassen und erschnuppert die ersten Bilder einer neuen Umgebung – was davon bleibt hängen und was formt die Ewartungen dessen, was in den nächsten Tagen kommen wird?
JWD – Das Jugendmagazin für die nicht mehr jungen
- Irgendein Journalist macht irgendeinen Haitauchkurs vor Südafrika.
- Irgendein Journalist redet mit irgendeinem Alien-Lauscher.
- Irgendein Journalist besucht irgendein Bundeswehr-Camp im Irak.
- Irgendeine Journalistin fährt nach New Orleans zur Wrestlemania und war dabei ungefähr so nah am Geschehen wir Abermillionen Fernsehzuschauer.
- Eine Journalistin geht Spargelstechen – aber nicht irgendwo undercover, sondern bei einem gesitteten Mindestlohnbezahler.
- Hubertus von Hohenlohe fotografiert Ferdinand Habsburg, der Autorennfahrer werden möchte, aber halt nicht allzuviel zu erzählen hat.
- Reiner Riedler hat am GTI Treffen fotografiert, was wirklich gut ist, und Lust auf mehr macht (die Fotos sind Teil einer Serie über moderne Volksfeste, also eigentlich Events).
- Ein Journalist begleitet eine unbekannte Band, die sich zu allerhand Festivals auf der ganzen Welt einladen lässt, diesmal nach Ostafrika. Wäre nett, wenn die Story nicht so übertrieben „Abenteuer! Abenteuer! Krass! Mega!“ schreien würde.

Für jeden Migranten eine Pizza
Kranke Comics
Klaus Cornfields „Kranke Comics“ handeln großteils von drogensüchtigen Hunden, die Pornos produzieren. Und sie gehören zum Ekligsten und auf allen Ebenen Grauslichsten, das man mit einem Stift auf Papier bringen kann. Noch dazu in Perfektion auf ziemlich vielen Ebenen: Cornfields Charaktere sind optisch und inhaltlich rundum schlüssig, handwerklich toll – und trotzdem kein bisschen liebenswert. Nicht mal Mitleid geht sich aus.
Die zwei Dumpfbacken-Bären Fou-Fou und Ha-Ha, die in der Rahmenhandlung aus Geldnot die Hefte produzieren, aber immer inständig bitten, man möge sie nicht lesen, lassen die Widerwärtigkeit noch stärker zu Tage treten.
„Aber nicht alles auf einmal lesen, immer nur ein Heft nach dem anderen“ waren die Worte, mit denen Cornfield mir am Comicsalon Erlangen ein gewidmetes Exemplar übergeben hat. Das kann ich so nur weitergeben. Aber lest es – “Kranke Comics” ist voller Witz, Widerwärtigkeiten, Charme und Ekel. Man schämt sich nahezu alle paar Seiten dafür, das zu lesen – bis die Neugier überwiegt, wie jetzt auch diese Szene wieder überboten werden kann.
„Kranke Comics“, ursprünglich Ende der 90er-Jahre erschienen, ist jetzt als über 400 Seiten dicke Gesamtausgabe bei Weissblech Comics neu aufgelegt worden.

Haben die Zombies eh einvernehmlichen Sex?
Doom Metal Kit #1
